Krimi-Lesung mit Ellen Puffpaff

Nach sechs Monaten „Corona-Pause“ freuten sich die Hüruper Landfrauen über den lang ersehnten Neustart ihres Veranstaltungsprogramms. Am 15. September hatten sie Ellen Puffpaff aus Husby zu einer Lesung eingeladen. Die in der Region bekannte Krimiautorin („Dachbodenfund“ und „Fatale Folgen“) stellte ihr neuestes Werk „Die Komplizin“ vor. Es ist der erste Band einer Trilogie, der zweite Band „Der Todesbote“ soll noch im Oktober herauskommen.

Die ausgewählten, vorgetragenen Textpassagen machten neugierig auf das ganze Buch. Düstere Schauplätze, geheimnisvolle und unterschiedliche Handlungsstränge – die Auflösung der spannenden Verwicklungen verriet Ellen Puffpaff natürlich mit keinem Wort. Sie erzählte auf Nachfragen aber gern, was sie vor etlichen Jahren zum Schreiben von Büchern bewogen hatte. „In der Babypause brauchte ich etwas für meinen Kopf“, meinte sie und sah in ihrer ersten Geschichte mehr ein Hobby. Ermutigt von ihrem Umfeld machte sie jedoch ihre Leidenschaft schnell zu ihrem „Nebenberuf“ und gründete im letzten Jahr ganz professionell sogar ihren eigenen Verlag. „Jetzt liegt mit dem „ellis-Buchverlag“ alles in meiner Hand,“ verkündete sie ein wenig stolz. Unverzichtbar für die Werbung und das Marketing ist sicher die eigene Homepage, die ebenfalls eine Schiene der Bücher-Vermarktung darstellt. Sehr interessant waren auch die Ausführungen der Autorin über die Ideen und Entstehungsgeschichten ihrer Krimis oder den Spaß am Konzipieren eines geeigneten Covers.

Es war ein gelungener Leseabend, der trotz Abstand und Hygieneauflagen ein erfolgreicher, „erster Schritt zurück zur Normalität“ im Vereinsleben war und mit einem Glas Sekt gefeiert wurde. (sp)  alle Fotos: sp

Erschöpfung meistern – mit Hochsensibilität leben

„Wie erkenne ich ein Burnout?“ oder „Reagiere ich besonders empfindlich auf Reize von außen – gute wie schlechte?“ Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Januarveranstaltung der Hüruper Landfrauen. Der Faktor Stress spielt bei beiden Themen eine große Rolle. Das führte die zwei Referentinnen, Wiebke Massmann und Kirsten Slomka, nach eigener Aussage zur Gründung der gemeinsamen Praxis für Psychotherapie (nach dem Heilpraktikergesetz) „Seelenklempnerei“, die schnelle Hilfe auch in Akutsituationen verspricht.

Spezialisiert auf die Burnout-Symptomatik, erläuterte Wiebke Massmann Warnsignale und Auswirkungen der Krankheit auf das Leben der Betroffenen. Eindringlich riet sie dazu, sich Hilfe von außen zu holen. Voraussetzung dafür sei jedoch der feste Wille zur Veränderung.

Über ein relativ neues Forschungsgebiet, die Hochsensibilität (HS), sprach Kirsten Slomka. Aus eigener Erfahrung sagte sie, die HS sei keine Krankheit, könne aber krank machen, wenn man sich selbst verleugnete oder von seinem Umfeld, zum Beispiel in der Kindheit, nicht richtig unterstützt werde. Die besonders intensive Wahrnehmung mit allen Sinnen führe manchmal zu einer Reizüberflutung und dadurch zu einem Verhalten, das von Mitmenschen oft als „anstrengend“ empfunden würde. Um glücklich in der „realen“ Welt leben zu können, müssten Menschen mit HS lernen, achtsam mit sich umzugehen und sich in ihrem Streben nach Perfektion nicht zu verzetteln. So könnten sie ihre Stärken positiv einsetzen, was schließlich auch zu einem höheren Selbstwertgefühl führen könne. Wichtig sei unter anderem die „Akzeptanz“, also „die Dinge bewusst so anzunehmen, wie sie sind“, betonte die Referentin.                                                                  (sp) 

"Grüne Woche Berlin"  17.01. bis 19.01.2020

Treckerkolonnen und Staatsbesuche waren in Berlin Anlass zu Verspätungen und Absperrungen von ganzen Stadtvierteln. Das trübte jedoch nicht die gute Stimmung oder hinderte die Hüruper Landfrauen und ihre Gäste daran, im Januar drei ereignisreiche Tage in der Hauptstadt zu verbringen. Auch ohne Brandenburger Tor und Reichstag gab es für die Teilnehmer viele schöne Ecken zu erkunden, nicht zuletzt rund um ihr Hotel „Park Inn“ am Alexanderplatz. Bereits am Anreisetag stand eine - wenn auch eingeschränkte -Stadtrundfahrt an, die interessante Details über die Geschichte, Architektur und Sehenswürdigkeiten von Berlin lieferte.

Der Besuch der Grünen Woche war das Highlight der Reise. Kulinarische Genüsse aus der Region und der ganzen Welt sorgten für dichtes Gedränge in den einzelnen Hallen. Neueste Trends warben für den Einsatz von Insekten in der künftigen Ernährung, und ganz Hartgesottene wagten es auch, die „Mehlwurm-Praline“ zu probieren. Informationsstände über die moderne Landwirtschaft und deren Kritiker, die Zukunft im ländlichen Raum oder die Digitalisierung nahmen ebenfalls breiten Raum ein. Stimmungsmusik, Volkstänze und exotisches Flair der vielfältigen, internationalen Aussteller rundeten den unterhaltsamen, bunten Messetag ab.

Die Abende wurden sehr individuell gestaltet. Viele aus der Gruppe nutzten das umfangreiche kulturelle Angebot in Berlin, zum Beispiel für einen Besuch der Revue im Friedrichstadtpalast, oder sie ließen sich begeistern vom Politkabarett in der „Distel“. Aber auch in den hoteleigenen Restaurants bei dem einen oder anderen Cocktail und regen Gesprächen ließ es sich gut aushalten.

Vor der Rückreise am letzten Tag blieb noch Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang zum Fernsehturm, dem DomAquarée oder zu den Hackeschen Höfen. Die Kaffeepause am Schweriner Schoss bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel war dann noch das I-Tüpfelchen für ein durchweg positives Fazit der Mitreisenden.                                      (sp)